Ständer
Waagerecht unter die Klinge oder senkrecht unter den Griff. Wichtig ist, dass das Schwert weich aufliegt und kein Metall berührt.
Pflege
Feder- und Kohlenstoffstahl — woraus Schwerter gemacht sind, die etwas taugen — rostet. Das ist kein Mangel, sondern der Preis für Härte und Elastizität, die rostfreier Stahl nicht gibt. Die ganze Pflege läuft auf drei Dinge hinaus: trocken halten, ein dünner Ölfilm, raus aus der Scheide.
Das Schwert kommt für den Transport konserviert an — meist unter einer Schicht dickem Fett, manchmal in geöltem Papier. Nehmen Sie sie vollständig ab: mit Küchenpapier, und wenn das Fett fest ist, mit Watte und etwas Waschbenzin oder Spiritus.
Erst auf sauberem, entfettetem Stahl sehen Sie, was Sie wirklich gekauft haben. Betrachten Sie die Klinge von beiden Seiten gegen das Licht — Sie suchen Kratzer, Narben und Verzug. Prüfen Sie, ob die Parierstange Spiel hat und ob sich der Griff auf der Angel dreht. Das ist der Moment für eine Reklamation, nicht in drei Monaten.
Zum Schluss bringen Sie Ihren eigenen Ölfilm auf. Von da an gehört das Schwert Ihnen, und was mit diesem Stahl geschieht, liegt bei Ihnen.
Wissenswert
Mittelalterliche Scheiden hatten einen Holzkern, von innen mit Schafleder oder Vlies ausgeschlagen — die Wolle nach innen. Lanolin, das natürliche Wollfett, ölte die Klinge bei jedem Ziehen und Einstecken. Die Scheide war also nicht bloß ein Futteral, sondern Teil eines Pflegesystems, das sich von selbst erneuerte.
Heutige Scheiden sind mit gegerbtem Leder ohne Vlies bezogen und wirken umgekehrt — sie halten Feuchtigkeit am Stahl. Daher die Regel, die im Mittelalter niemand formulieren musste: Das Schwert wohnt auf dem Ständer, nicht in der Scheide.
Rhythmus
Nach jeder Berührung
Schweiß ist sauer und enthält Salz. Ein über Nacht liegen gelassener Fingerabdruck kann in polierten Stahl einen bleibenden matten Fleck ätzen.
Alle 4–8 Wochen
Ein paar Tropfen mit dem Tuch über die ganze Länge verteilt. Die Schicht soll so dünn sein, dass der Stahl trocken aussieht — der Überschuss sammelt nur Staub.
Halbjährlich
Prüfen Sie, ob der Knauf ohne Spiel sitzt, ob sich der Griff auf der Angel dreht und ob die Wicklung sich löst. Ein rechtzeitig nachgezogenes Gehilz ist eine Kleinigkeit, ein übersehenes eine Reparatur.
Nach jeder Nässe
Regen auf der Schau, Nebel im Gelände, feuchter Keller. Wasser auf Kohlenstoffstahl beginnt in Stunden zu arbeiten, nicht in Tagen.
Mittel
Das Billigste und völlig ausreichend. In der Apotheke als Paraffinöl erhältlich. Geruchlos, wird nicht ranzig, schadet dem Scheidenleder nicht.
Der Klassiker der japanischen Pflege, heute für jeden Stahl verwendet. Sehr dünnflüssig, zieht ins Tuch und hinterlässt buchstäblich eine Mikronschicht.
Der dauerhafteste Schutz für ein Schwert, das hängen und unberührt bleiben soll. Die Schicht hält Monate. Für die Museumskonservierung entwickelt und dort weiter in Gebrauch.
Sie verdrängen Wasser, verdunsten aber und schützen nach ein paar Wochen nichts mehr. Zum Lösen von altem Fett — ja. Als Schutzschicht — nein.
Sie werden ranzig. Nach einigen Monaten hinterlassen sie einen klebrigen, sauren Belag, der mehr schadet als nützt.
Verbotsliste
Bewahren Sie das Schwert nicht dauerhaft in der Scheide auf — das ist die häufigste Ursache der Narben, die wir zu sehen bekommen.
Gehen Sie dem Rost nicht mit Schleifer oder schnelllaufender Scheibe zu Leibe. Bei 200 °C angelassener Stahl verliert seine Härte bei weit niedrigerer Temperatur als gedacht, und eine heiß gewordene Schneide kommt nicht zurück.
Waschen Sie die Klinge nicht mit chlorhaltigen Mitteln oder in der Spülmaschine. Chloride sind ein Schnellkurs in Lochkorrosion.
Prüfen Sie die Schärfe nicht mit dem Finger quer zur Schneide. Längs, mit der Kuppe, leicht — oder einfach an einem Blatt Papier.
Schneiden Sie mit einer Dekorationsreplik nichts. Ein Schwert mit weicher Angel oder ungehärteter Schneide ist dafür nicht gebaut und kann beim Schlag im Gehilz nachgeben.
Zubehör
Waagerecht unter die Klinge oder senkrecht unter den Griff. Wichtig ist, dass das Schwert weich aufliegt und kein Metall berührt.
Mikrofaser oder Baumwolle ohne Appretur. Ein Tuch fürs Öl, ein anderes zum Abwischen — das zweite sammelt schnell Späne.
Sie lösen das Abdruckproblem an der Wurzel. Besonders nützlich, wenn Gäste das Schwert in die Hand nehmen.
Zum Tragen, nicht zum Aufbewahren. Eine gut sitzende hält die Klinge allein durch Reibung am Mundblech, ohne Schnapper.
Nur für Schwerter mit scharfer Schneide. Bei einer Dekorationsreplik unnötig, und Schleifen macht aus ihr keine Hiebwaffe.
Nicht alles davon haben wir vorrätig — fehlt etwas im Shop, schreiben Sie uns. Wir sagen Ihnen, was bei Ihrem Schwert sinnvoll ist, auch wenn Sie es anderswo kaufen.
Nur notwendige Cookies — keine Werbung, kein Tracking. Mehr