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Pflege

Wie man ein Schwert pflegt, damit es einen überlebt

Feder- und Kohlenstoffstahl — woraus Schwerter gemacht sind, die etwas taugen — rostet. Das ist kein Mangel, sondern der Preis für Härte und Elastizität, die rostfreier Stahl nicht gibt. Die ganze Pflege läuft auf drei Dinge hinaus: trocken halten, ein dünner Ölfilm, raus aus der Scheide.

Die erste halbe Stunde

Das Schwert kommt für den Transport konserviert an — meist unter einer Schicht dickem Fett, manchmal in geöltem Papier. Nehmen Sie sie vollständig ab: mit Küchenpapier, und wenn das Fett fest ist, mit Watte und etwas Waschbenzin oder Spiritus.

Erst auf sauberem, entfettetem Stahl sehen Sie, was Sie wirklich gekauft haben. Betrachten Sie die Klinge von beiden Seiten gegen das Licht — Sie suchen Kratzer, Narben und Verzug. Prüfen Sie, ob die Parierstange Spiel hat und ob sich der Griff auf der Angel dreht. Das ist der Moment für eine Reklamation, nicht in drei Monaten.

Zum Schluss bringen Sie Ihren eigenen Ölfilm auf. Von da an gehört das Schwert Ihnen, und was mit diesem Stahl geschieht, liegt bei Ihnen.

Wissenswert

Mittelalterliche Scheiden hatten einen Holzkern, von innen mit Schafleder oder Vlies ausgeschlagen — die Wolle nach innen. Lanolin, das natürliche Wollfett, ölte die Klinge bei jedem Ziehen und Einstecken. Die Scheide war also nicht bloß ein Futteral, sondern Teil eines Pflegesystems, das sich von selbst erneuerte.

Heutige Scheiden sind mit gegerbtem Leder ohne Vlies bezogen und wirken umgekehrt — sie halten Feuchtigkeit am Stahl. Daher die Regel, die im Mittelalter niemand formulieren musste: Das Schwert wohnt auf dem Ständer, nicht in der Scheide.

Rhythmus

Vier Gewohnheiten und nichts weiter

Nach jeder Berührung

Klinge mit trockenem Tuch abwischen

Schweiß ist sauer und enthält Salz. Ein über Nacht liegen gelassener Fingerabdruck kann in polierten Stahl einen bleibenden matten Fleck ätzen.

Alle 4–8 Wochen

Dünner Ölfilm

Ein paar Tropfen mit dem Tuch über die ganze Länge verteilt. Die Schicht soll so dünn sein, dass der Stahl trocken aussieht — der Überschuss sammelt nur Staub.

Halbjährlich

Gehilz durchsehen

Prüfen Sie, ob der Knauf ohne Spiel sitzt, ob sich der Griff auf der Angel dreht und ob die Wicklung sich löst. Ein rechtzeitig nachgezogenes Gehilz ist eine Kleinigkeit, ein übersehenes eine Reparatur.

Nach jeder Nässe

Trocknen und sofort ölen

Regen auf der Schau, Nebel im Gelände, feuchter Keller. Wasser auf Kohlenstoffstahl beginnt in Stunden zu arbeiten, nicht in Tagen.

Mittel

Womit ölen und womit auf keinen Fall

  • Mineralöl (Paraffinöl)

    Das Billigste und völlig ausreichend. In der Apotheke als Paraffinöl erhältlich. Geruchlos, wird nicht ranzig, schadet dem Scheidenleder nicht.

  • Kamelienöl (Tsubaki)

    Der Klassiker der japanischen Pflege, heute für jeden Stahl verwendet. Sehr dünnflüssig, zieht ins Tuch und hinterlässt buchstäblich eine Mikronschicht.

  • Mikrokristallines Wachs

    Der dauerhafteste Schutz für ein Schwert, das hängen und unberührt bleiben soll. Die Schicht hält Monate. Für die Museumskonservierung entwickelt und dort weiter in Gebrauch.

  • Kriechöl-Sprays

    Sie verdrängen Wasser, verdunsten aber und schützen nach ein paar Wochen nichts mehr. Zum Lösen von altem Fett — ja. Als Schutzschicht — nein.

  • Olivenöl und andere Speiseöle

    Sie werden ranzig. Nach einigen Monaten hinterlassen sie einen klebrigen, sauren Belag, der mehr schadet als nützt.

Aufbewahrung

  • Außerhalb der Scheide. Die Scheide ist zum Tragen da. Im Alltag liegt das Schwert auf dem Ständer oder hängt an der Wand, die Scheide daneben.
  • Fern von Feuchtigkeit. Eine Luftfeuchte um 40–50 % ist sicher. Keller, Garage und die Nordaußenwand sind die drei schlechtesten Orte im Haus.
  • Ohne Metallkontakt. Auflagen aus Leder, Filz oder Holz. Zwei verschiedene Metalle bilden in Feuchtigkeit ein Element, und die Korrosion legt schneller los.
  • Nicht im Schaumstoffkoffer. Schaum saugt Wasser auf und hält es wochenlang am Stahl.

Wenn Rost auftritt

  • Rotbrauner Anflug. Stahlwolle 0000 oder ein in Öl getränkter Kork, längs der Klinge, ohne Druck. Geht in wenigen Minuten ab.
  • Schwarze Punkte. Das ist bereits eine Narbe — der Stahl ist dort weggefressen. Man kann sie auspolieren, doch eine flache Vertiefung bleibt. Besser den Prozess stoppen, als der perfekten Oberfläche nachzujagen.
  • Immer kalt. Von Hand, geduldig, mit Öl. Jedes Werkzeug, das den Stahl erwärmt, verdirbt das Anlassen und nimmt der Klinge die Elastizität.
  • Danach ölen. Frisch freigelegter Stahl ist korrosionsanfälliger als solcher mit Patina.

Verbotsliste

Fünf Dinge, die Schwerter ruinieren

  1. 01

    Bewahren Sie das Schwert nicht dauerhaft in der Scheide auf — das ist die häufigste Ursache der Narben, die wir zu sehen bekommen.

  2. 02

    Gehen Sie dem Rost nicht mit Schleifer oder schnelllaufender Scheibe zu Leibe. Bei 200 °C angelassener Stahl verliert seine Härte bei weit niedrigerer Temperatur als gedacht, und eine heiß gewordene Schneide kommt nicht zurück.

  3. 03

    Waschen Sie die Klinge nicht mit chlorhaltigen Mitteln oder in der Spülmaschine. Chloride sind ein Schnellkurs in Lochkorrosion.

  4. 04

    Prüfen Sie die Schärfe nicht mit dem Finger quer zur Schneide. Längs, mit der Kuppe, leicht — oder einfach an einem Blatt Papier.

  5. 05

    Schneiden Sie mit einer Dekorationsreplik nichts. Ein Schwert mit weicher Angel oder ungehärteter Schneide ist dafür nicht gebaut und kann beim Schlag im Gehilz nachgeben.

Zubehör

Was beim Schwert wirklich nützt

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Ständer

Waagerecht unter die Klinge oder senkrecht unter den Griff. Wichtig ist, dass das Schwert weich aufliegt und kein Metall berührt.

Öl und Tuch

Mikrofaser oder Baumwolle ohne Appretur. Ein Tuch fürs Öl, ein anderes zum Abwischen — das zweite sammelt schnell Späne.

Baumwollhandschuhe

Sie lösen das Abdruckproblem an der Wurzel. Besonders nützlich, wenn Gäste das Schwert in die Hand nehmen.

Scheide und Gehänge

Zum Tragen, nicht zum Aufbewahren. Eine gut sitzende hält die Klinge allein durch Reibung am Mundblech, ohne Schnapper.

Abziehstein

Nur für Schwerter mit scharfer Schneide. Bei einer Dekorationsreplik unnötig, und Schleifen macht aus ihr keine Hiebwaffe.

Nicht alles davon haben wir vorrätig — fehlt etwas im Shop, schreiben Sie uns. Wir sagen Ihnen, was bei Ihrem Schwert sinnvoll ist, auch wenn Sie es anderswo kaufen.