Schwertgewicht auf einen Blick
Die Spannen beschreiben typische Schwerter jedes Typs – Originale aus Museen ebenso wie gute Repliken. Ein einzelnes Stück kann herausfallen, aber nicht weit: Ein Schwert war ein Werkzeug, das schnell sein sollte, nicht schwer.
| Schwerttyp | Gesamtlänge | Gewicht | Balancepunkt vor der Parierstange |
|---|---|---|---|
| Wikingerschwert (8.–11. Jh.) | 85–95 cm | 1,0–1,4 kg | 12–15 cm |
| Einhändiges Ritterschwert (11.–14. Jh.) | 85–100 cm | 1,0–1,4 kg | 10–15 cm |
| Langschwert, Anderthalbhänder (14.–16. Jh.) | 115–130 cm | 1,3–1,8 kg | 7–12 cm |
| Zweihänder (15.–16. Jh.) | 135–170 cm | 2,0–3,0 kg | 12–18 cm |
| Falchion, Langes Messer | 80–100 cm | 0,9–1,4 kg | 11–20 cm |
| Mittelalterlicher Dolch | 30–46 cm | 0,3–0,55 kg | 2–6 cm |
Wie schwer war ein Ritterschwert
Ein Ritter des 11.–14. Jahrhunderts kämpfte mit einem Einhandschwert von 1,0–1,4 kg und dem Schild in der anderen Hand. Er musste es eine ganze Schlacht lang führen können, zu Pferd und zu Fuß – jedes zusätzliche Gramm ging in die Schulter.
Die Ritter des Deutschen Ordens kämpften 1410 bei Tannenberg mit denselben Schwertern wie die polnischen Ritter ihnen gegenüber: Einhändern und Langschwertern von meist 1,1–1,6 kg. Die Ritterorden hatten keine eigenen, schwereren Schwerter – der Unterschied lag im Mantel, nicht in der Klinge.
Die schwersten Schwerter
Die schwersten Kampfschwerter sind die Zweihänder des 15. und 16. Jahrhunderts. Das William Wallace zugeschriebene Schwert ist etwa 163 cm lang und wiegt etwa 2,7 kg – in seiner heutigen Form, nach späteren Umbauten.
Schwerer konnten Paradeschwerter sein, die Herrschern bei Umzügen und Zeremonien vorangetragen wurden. Zum Kampf dienten sie nie, also gab es keinen Grund, ihr Gewicht niedrig zu halten.
Woher der Mythos vom schweren Schwert kommt
Geschichten von Schwertern mit zehn oder fünfzehn Kilo stammen aus den Vorstellungen des 19. Jahrhunderts vom „groben“ Mittelalter, aus dicken, gegossenen Dekorepliken ohne Verjüngung und aus Filmen, in denen ein Schwert bedrohlich aussehen soll, statt zu funktionieren. Ein Fünf-Kilo-Schwert würde einen Fechter nach einer Minute erschöpfen.
Und es gibt einen zweiten Grund: Wie schwer sich ein Schwert anfühlt, hängt mehr von der Balance ab als vom Gewicht. Zwei gleich schwere Schwerter können sich völlig verschieden verhalten – eines mit Balancepunkt nahe der Parierstange wirkt leicht, eines mit Balancepunkt weit vorn zieht den Arm nach vorn.
Warum Repliken mehr wiegen als Originale
Viele moderne Repliken haben dickere und weniger verjüngte Klingen als die Originale – das ist billiger und verzeiht Fehler beim Härten. Ergebnis: ein paar hundert Gramm mehr. Achten Sie beim Kauf daher auch auf den Balancepunkt; ein gutes Langschwert hat ihn 7–12 cm vor der Parierstange.
Unsere Schwerter auf der Waage
Länge und Gewicht der Schwerter, die gerade in der Waffenkammer sind – direkt aus ihren Datenblättern.
| Schwert | Gesamtlänge | Gewicht |
|---|---|---|
| Templer-Langschwert „Baldwin“ | 122 cm | 1,75 kg |
| Bastardschwert „Zawisza“ | 128,5 cm | 1,85 kg |
| Langschwert „Bosworth“ | 120 cm | 1,305 kg |
| Templer-Langschwert „Montgisard“ | 132 cm | 1,72 kg |
| Langschwert „Olbracht“ | 132 cm | 1,72 kg |
