Die Templer: Schwerter des 12. und 13. Jahrhunderts
Den Templerorden gab es von etwa 1119 bis 1312, also ist ein Templerschwert ein Ritterschwert des 12. und 13. Jahrhunderts: einhändig, zweischneidig, mit Kreuzparierstange und Scheiben- oder Paranussknauf. In Oakeshotts Typologie sind das meist die Typen X bis XIII – breite Klinge, lange Hohlkehle, 1,0–1,4 kg.
Der Templer kämpfte mit Schwert und Normannenschild, zu Pferd und zu Fuß. Die Ordensregel verlangte Schlichtheit und verbot Gold und Silber an Zaumzeug und Sporen – das Schwert eines Templers war ein Werkzeug, kein Schmuckstück.
Woher das Kreuz auf dem Schwert kommt
Ein Schwert mit Kreuzparierstange hat selbst die Form eines Kreuzes, und auf Knäufen und Klingen der Zeit finden sich manchmal eingravierte Kreuze und fromme Inschriften. Die roten Kreuze auf Knäufen und die emaillierten Wappenschilde heutiger „Templerschwert“-Repliken sind jedoch moderne Gestaltung, keine Kopie eines bestimmten erhaltenen Schwerts.
Der Deutsche Orden: Schwerter des 14. und 15. Jahrhunderts
Der Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem – der Deutsche Orden – ließ sich im 13. Jahrhundert in Preußen nieder. Bei Tannenberg 1410 kämpften seine Ritter mit den Schwertern ihrer Zeit: Einhändern und Langschwertern, immer schlanker und spitzer, weil der Gegner nun Plattenharnisch trug, den man mit einem Stich in eine Lücke überwinden musste.
Ein Schwert der Deutschordensritter wog daher meist 1,1–1,6 kg. Die großen Zweihänder, die man heute oft mit den Ritterorden verbindet, verbreiteten sich erst im 16. Jahrhundert, lange nach Tannenberg.
Baldwin – unsere Interpretation
In unserer Waffenkammer liegt das Templer-Langschwert „Baldwin“. Ehrlich gesagt: Es ist eine moderne Deutung des Ordensstils – Parierstange und Knauf mit Kreuzmotiv – an einem Langschwert, während die historischen Templer vor allem Einhandschwerter trugen. Stahl, Wärmebehandlung und Bauweise sind aber die einer echten Waffe.




