Waffenkammer
Einhandschwerter
Das Einhandschwert ist das Ritterschwert in seiner reinsten Form: Griff für eine Hand, 70–85 cm Klinge, 1,0–1,4 kg. Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert das verbreitetste Schwert Europas.
Auf Bestellung
Ein solches Schwert haben wir gerade nicht im Angebot. Schreiben Sie uns, was Sie suchen — wir besorgen es als Einzelauftrag.
Typische Maße
Ein Schwert für den Kampf mit Schild — dem Mandelschild zu Pferd, dem Buckler zu Fuß. Vor allem eine Hiebwaffe, beritten wie zu Fuß.
- Typische Länge
- 85–100 cm
- Typische Masse
- 1–1,4 kg
- Balance (POB)
- 10–15 cm
- Typologie
- Oakeshott X–XIV
- Epoche
- 11.–14. Jh. · Kreuzzüge und Hochmittelalter
- Klingenquerschnitt
- Linsenförmig, mit Hohlkehle
Das Ritterschwert für eine Hand
Der Ritter trug den Schild am linken Arm, also musste sein Schwert einhändig funktionieren – zu Pferd und zu Fuß. Im 11. Jahrhundert wuchs die Parierstange zum Kreuz, und die Hand konnte endlich vor die Schildlinie. Ein Scheiben- oder Paranussknauf balancierte die Klinge, sodass das Schwert aus dem Handgelenk geführt wurde, nicht aus dem ganzen Arm.
Ewart Oakeshott teilte diese Schwerter in die Typen X bis XIV ein. Typ X hat eine breite Klinge mit langer Hohlkehle, direkt aus der Wikingertradition. Typ XII verjüngt sich sanft, die Hohlkehle reicht über zwei Drittel der Länge – der Archetyp des Ritterschwerts. Typ XIV ist kürzer, am Heft breit und hat eine stark zulaufende Spitze.
Wie man ein Einhandschwert auswählt
Die Länge richtet sich nach der Körpergröße: In der herabhängenden Hand gehalten, sollte die Spitze einige Zentimeter über dem Boden schweben. Ein Balancepunkt 10–15 cm vor der Parierstange ergibt ein Schwert, das kräftig schneidet, ohne das Handgelenk zu ermüden.
Scharfe Schneide heißt Sammlung und Schnitttest an Matten. Für Partnerübungen und Sparring nur stumpfe Schwerter mit mindestens 2 mm dicker Schneide und abgerundeter Spitze – im historischen Fechten trainiert man das Einhandschwert meist mit dem Buckler, wie im Manuskript I.33 von etwa 1300.
Häufige Fragen
- Was ist ein Ritterschwert?
- So nennt man meist das gerade, zweischneidige Schwert mit Kreuzparierstange, das Ritter vom 11. bis zum 14. Jahrhundert führten – vor allem das Einhandschwert zusammen mit dem Schild. Ab dem 14. Jahrhundert griffen Ritter zunehmend auch zum Langschwert.
- Wie schwer ist ein Einhandschwert?
- Typisch 1,0–1,4 kg bei 85–100 cm Gesamtlänge. Repliken sind oft schwerer, weil ihre Klingen dicker sind und sich weniger verjüngen als die Originale.
- Wofür nutzt man ein Einhandschwert heute?
- Für Sammlung und Ausstellung, Reenactment, historisches Fechten (Schwert und Buckler) und Schnitttests – Letzteres nur mit scharfem Schwert an Matten, nie im Sparring.
Ratgeber
- Wie schwer ist ein Schwert?Ein Ritterschwert wiegt 1–1,4 kg, ein Zweihänder 2–3 kg. Gewichtstabelle aller Schwerttypen und woher der Mythos vom schweren Mittelalterschwert kommt.
- Das Templerschwert und das Schwert des Deutschen OrdensWie ein Templerschwert aussah, womit der Deutsche Orden bei Tannenberg kämpfte, wie schwer ihre Schwerter waren und woher das Bild vom Schwert mit rotem Kreuz stammt.
Weitere Schwerttypen
- FrühmittelalterWikinger- und Karolingerschwerter, 8.–11. Jh.
- AnderthalbhänderBastardschwerter und Langschwerter, 14.–16. Jh.
- ZweihänderZweihänder und Claymores, 15.–16. Jh.
- Gekrümmte und MesserFalchions, Messer, frühe Säbel.
- DolcheMisericordia, Scheibendolche, Beimesser.
- TrainingFederschwerter für HEMA, auf Bestellung.
- ZubehörStänder, Scheiden, Gehänge, Öl und Wachs für Stahl.
